Sanierung VE 206-1

Stand: Dienstag, August 21, 2018

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So lautet die Devise, die STADT UND LAND für die Sanierung der John-Locke-Siedlung herausgegeben hat und mehrfach an die Wände des Informationspavillons schreiben ließ. Hoffen wir, dass sich diese Perspektive nach Abschluss der Sanierung 2018 erfüllt. 

Die folgenden Informationen wurden anhand der ausführlichen Dokumentation vom 19.12.2012 über die Modernisie-rungs- und Instandhaltungsmaßnahmen sowie durch Nachfragen bei dem Sanierungsberater zusammengetragen.
l Wichtiger Hinweis! Die hier beschriebenen Punkte wurden den Mieterinformationen für die Häuser John-Locke-Str. 18/18a und 21 entnommen und können nicht ohne Weiteres auf andere Wohneinheiten übertragen werden.

Wohnung

Schadstoffe in Bad und Küche

Quelle:www.geolindeonline.de

Im Zuge der Bestandsaufnahmen im Haus John-Locke-Str. 21 wurde festgestellt, dass einige in diesen Räumen auszubauenden Materialien geringfügig asbestbelastet sind. In den 1950er bis 1970er Jahren wurden so genannte Floor-Flex-Fliesen, oder richtiger-weise Vinyl-Asbest-Platten genant, für Wand und Fußboden verwendet.
Im unbeschädigten Zustand sind die Platten gesundheitlich absolut unbedenklich (laut Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin - LaGetSi). Erst bei dem Ausbau können asbesthaltige Fasern freigesetzt werden, so dass die Modernisierungsmaßnahmen unter strengstem Sicherheits- und Gesundheitsschutz erfolgen müssen.

 

Räumung der Wohnung

Quelle: news.erento.com

Aufgrund der vorgefundenen Schadschoffe müssen Mieter während der Umbauphase die Wohnung komplett räumen und in Ersatzquartiere wechseln. Die Mieter müssen für mehrere Monate - im Schnitt 4 bis 5 - in eine von STADT UND LAND angebotene Ersatzwohnung, in ein Hotel oder in ein Quartier gemäß persönlicher Entscheidung wechseln. Für nähere Einzelheiten hierzu Button Gehezu Modernisierung Absatz 3.3. “Rechte des Mieters”.
Für einen Umzug gilt immer der treffende Spruch: “Zweimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt”.€ Um das Los etwas zu lindern Gehe zu Umzugstipps

In diesem Zusammenhang weist STADT UND LAND strikt darauf hin, dass bauliche Veränderungen am Fußbodenbelag seitens der Mieter grundsätzlich untersagt sind.

Brückenlagerung

Brückenlagerung: Die Umzugsfirma Plischka lagert das Umzugsgut Plischka-Lkwin Containern ein. Nach Beendigung der Beladung wird der Container vom LKW genommen und auf Stelzen gestellt zur sogenannten Brückenlagerung. Damit wird vermieden, dass das Umzugsgut ausgeladen, eingelagert und bei Wiedereinzug zurückgeladen werden muss. Laut Aussage der Leiterin der Umzugskolonne werden die Container alle 2 bis 3 Tage geöffnet und durchgelüftet.

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Im Zusammenhang mit der kompletten Räumung der Wohnung - einschließlich Hängeschränge usw. - empfiehlt sich eine vorherige umfassende Dokumentation der Möblierung. Zweckmäßigerweise sollte dies durch Fotos belegt werden. Rückkehrer des ersten Sanierungsprojektes mussten erleben, wie die Möbel von der Umzugsfirma nur in die Raummitte gestellt wurden, weil keine Anweisungen für die Stellplätze vorlagen und auch der Mieter selbst aus bestimmten Gründen nicht anwesend war.

 

Brandschutz - Rauchmelder

Aufgrund des einzigen Fluchttreppenhauses im Hochhaus Barnetstr. 68 werden in den Wohn-, Schlafräumen und im Wohnungsflur Rauchmelder installiert. Die Wartung erfolgt durch den Vermieter und wird wahrscheinlich einem externen Unternehmen übertragen. Die dadurch entstehenden Kosten finden sich in den Betriebskosten wieder. Für nähere Einzelheiten zum Thema Rauchmelder Gehezu Brandschutz

 

Brandschutz - Türschließer an Wohnungstür

Quelle: http//:blog.mehrzwecktuer.de/tipps

Eine weitere Brandschutzmaßnahme ist der Einbau eines selbsttätigen Türschließers an der Wohnungstür. Was ist der Grund dieser Maßnahme? Erfahrungen bei Wohnungs-bränden haben gezeigt, dass Bewohner bei einem noch rechtzeitig bemerkten Brand , die brennende Wohnung panikartig verlassen und dabei die Wohnungstür offen lassen. Damit können sich Rauch sofort und nach kurzer Zeit auch Flammen direkt in den Treppenraum ausbreiten. Für andere, vom Brand nicht unmittelbar betroffene Personen im Gebäude ist der Treppenbereich als wichtigster begehbarer Fluchtweg dann nicht mehr nutzbar. Sehr wichtig ist, dass der Mieter die Selbstschließung nicht funktionsunfähig macht. Störungen an der Schließung sind umgehend der Firma GIG - Tel. 68921010 - zu melden. (Quelle: www.brandschutzingenieure-bauer.de )

 

Fenster

Die Fenster werden auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft und wieder gang- und schließbar gemacht. Diese Arbeiten erfolgen als kostenlose Instandhaltungs-maßnahme.
Zur Reduzierung der Raumluftfeuchtigkeit und somit zur Vermeidung von Schimmelbildung werden in die Fenster eine so genannte Fensterfalzlüftung eingebaut. Durch diesen Einbau soll ein optimaler Luftwechsel in der Wohnung gewährleistet werden. Diese Maßnahme gilt als kostenpflichtige Modernisierung und wird erstmalig bei der Sanierung der Wohneinheiten John-Locke-Str. 20-30 und Steinstr.69-73 vorgenommen. Für nähere Informationen zu dieser Technik Gehezu Fensterfalzlueftung

 

Beköstigungsgeld

Euroscheine und münzen

Für die Mieter, die in eines der von STADT UND LAND angebotenen Hotels ziehen, gibt es einen Beköstigungszuschuss in Höhe von monatlich € 350,-- pro Wohnung - egal, ob Ein- oder Mehrpersonenhaushalt. Eine Erklärung für die einheitliche Pauschale konnte bisher nicht ermittelt werden.

 

Private Einbauten

Flureinbauten

Alle privaten Einbauten, welche die Baumaßnahmen behindern, müssen demontiert werden. StuL besteht bei dieser Anweisung darauf, dass die Demontage vom Mieter durchgeführt wird, weil - wenn nicht anders vereinbart wurde - es sich in der Regel um genehmigungspflichtige, bauliche Veränderungen handeln dürfte. Insbesondere betrifft dies die mietereigenen Einbauschränke im Flurbereich. Sollten die privaten Einbauten nicht fachgerecht demontiert werden, wird seitens StuL die Wiederherstellung des Ursprungszustandes nicht gewährleisten.

 

Wohnungstür

Quelle: www.EVVAsecurity.com

Die Wohnungstüren bleiben unverändert. Die aus den 60er Jahren stamme Ausführung entspricht in keinster Weise den Anforderungen für einen Einbruchsschutz. Obwohl die Zahl der Wohnungseinbrüche in der letzten Zeit enorm angestiegen ist, werden keine einbruchssicheren Türen installiert. Alle Maßnahmen seitens des Mieters einen erhöhte Sicherheitstechnik einzusetzen, wie zum Beispiel Sperrriegel, müssen unbedingt dem Vermieter gemeldet und von ihm gebilligt werden. 

 

Nutzung Sanitäranlagen während Umbau

Duschcontainer -Quelle:www.erento.com

Das Haus John-Locke-Str. 21 wurden in zwei so genannte 8Druckzonen aufgeteilt, und zwar 17. bis 9. Etage (Druckzone 1) und 8. bis Erdgeschoss (Druckzone 2). Die Druckzonen wurden zusätzlich in Stränge unterteilt. Zunächst mussten die Mieter der Druckzone 1 strangweise ihre Wohnungen bis zu 5 Wochen verlassen. Nach deren Rückkehr fielen eine Woche lang weitere Arbeiten im Sanitärbereich an, die tagsüber die Nutzung der Sanitäranlagen sperrten.  Als die Druckzone 1 abgeschlossen war, ging es mit der Druckzone 2 entsprechend weiter.

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Als Ausweichmöglichkeit der für die Rückkehrer tagsüber gesperrten Sanitäranlagen wurden auf dem Platz des Einkaufszentrums zwei Dusch- und WC-Container aufgestellt, und zwar je einer getrennt für Frauen und Männer. Der Autor dieser Webseite fand den Aufstellungsort fast an der Straße und voll einsehbar vom Brunnenplatz etwas unglücklich.
Die Mieter der anschließend zu sanierenden Häuser, beginnend mit John-Locke-Str. 18/18a, sind von diesen Umständen mit Dusch- und WC-Container befreit, weil sie aufgrund der Asbestentsorgung über Wochen die Wohnung verlassen müssen und erst nach Abschluß aller Arbeiten wieder in die Wohnung zurückkehren dürfen. 

 

Räumung des Kellers

Quelle: www.fix-umzuege.de

Wegen der ebenfalls geplanten Wärmedämmung der Kellerdecken und Arbeiten an den Versorgungsleitungen in den Kelleretagen  müssen die Mieter ihre Keller komplett freimachen. Dafür bietet STADT UND LAND die Einlagerung der Gegenstände in einem Lagerhaus in der Nähe des Maybachufers (Neukölln) an.
Ein spezieller Grund der Räumung besteht in Neuordnung der Keller im Haus John-Locke--Str. 18/18a. Hier wird ein neuer Haupteingang und Arztpraxen installiert.
Anmerkung des Autors: Vielleicht eröffnet sich bei diesem Zwang die Chance, vorher sich von vielen Dingen zu trennen, die bereits Jahre im Keller aufbewahrt werden.

Wie das Ergebnis jahrelangen Speichern von Gegenständen aussieht, die kurzfristig aus den Kellern entfernt werden müssen, veranschaulichen die Fotos links. Die Aufnahmen entstanden in Verbindung mit der beginnenden Sanierung des Hauses John-Locke-Str. 18/18a.

Materialauswahl

Kollektion der Fliesen für das Bad

Quelle: Mieter D. Fath

Der Mieter hat bei der Modernisierung des Bades die Möglichkeit, aus dem STADT UND LAND-Angebot Fliesen verschiedener Kollektionen auszuwählen. Die eigentliche Wand-fliese ist grundsätzlich weiß, die mit farbigen Fliesenbändern kombiniert werden können. Für den Fußboden werden verschiedene Farben angeboten.
Die angebotenen Kollektionen werden in dem Büro der Sanierungsberatung ausgestellt. Einen ersten Überblick über das Angebot erhält man durch einen Klick auf das Foto .

Wohngebäude

Fassade

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Die uns seit fast 50 Jahren begleitenden blau-beige Mosaikfassaden werden vor der Installation der Wärmedämmung nicht entfernt. Lediglich lose Fliesen werden befestigt, Lücken durch fehlende Fliesen ausgleichend gefüllt. Danach wird die Wärmedämmung angebracht. Die Fassaden werden nach gewissen Vorstellungen der STADT UND LAND mehrfarbig gestrichen.

 

Wärmedämmplatten

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Auf der Baustelle sind zwei Sorten an Dämmplatten zu sehen: oliv farQuelle: www.sto.debig und weiß. Mit den oliv farbigen Platten aus mineralischem Dämmmaterial wird die gesamte Fassade gedämmt, während die weißen Platten aus expandiertem Polystyrol-Hartschaum nach EN 13163 in kleinen Formaten geschnitten als Dämmplatte im Spritzwasserbereich und unterhalb des Fensterbrettes dienen. Beide Materialien sind schwer entflammbar.

 

Balkonfassaden

Die drei Innenseiten und die Decke des Balkons werden gleich der gesamten Fassade mit einer Wärmedämmung versehen. Aufgrund der 14 cm dicken Dämmung und des relativ weichen Material aus Mineralfasern können und dürfen keine Gegenstände wie Blumenampeln, Balkondekorationen oder ähnliche Utensilien an die Wand und Decke angebracht werden.
Installierte Markisen sind mieterseitig zu demontieren und zu entsorgen. Die Montage einer neuen Markise nach der Sanierung wird von STuL nur noch gestattet unter Einsatz spezieller Befestigungstechniken.
Mietereigene Bodenbeläge wie z.B. Keramikfliesen, Kunstrasenbeläge usw. sind vor Beginn der Sanierungsarbeiten zurückzubauen.

 

Balkongröße

Balkon

Die in unserer Siedlung meist verbreitete Balkongröße hat eine Länge von ca. 3,8 m und eine Breite von ca. 1,5 m; das entspricht ca. 5,7 m². Wie vorbeschrieben werden die drei Innenflächen mit 14 mm dicken Dämmplatten versehen. Ferner wird das Fallrohr aus der Ecke vorgerückt. Aufgrund dieser Veränderungen verringert sich die Balkongröße auf eine Länge von ca. 3,52 m und eine Breite von ca. 1,36 m; das ergibt eine auf 4,79 m² oder um 0,91 m² verringerte Fläche. 

 

SAT-TV über Satellitenschüsseln

SAT-TV

Die baulichen Einschränkungen der Wärmedämmung machen auch vor den Satelliten-schüsseln nicht halt. Eine Montage an den Wänden ist gänzlich ausgeschlossen, ledig-lich am Rohr der Balkonbrüstung wäre eine Möglichkeit. Hinzu kommt, dass Wanddurch-brüche für die elektrische Versorgung und das Datenkabel erforderlich sind. Jede Boh-rung durch die Dämmung erzeugt eine so genannte 8Wärmebrücke, die unter ande-rem Feuchtigkeit in das Gebäude eindringen lässt.
Da von vornherein die Anbringung einer SAT-TV-Anlage genehmigungspflichtig ist bzw. war, muss die Duldung für einen weiteren Betrieb von STADT UND LAND angefor-dert werden
.

 

Treppenhaus

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Besonders die Treppenhäuser in verschiedenen Wohneinheiten spiegeln den Verfall und die spezielle “Handschrift” rücksichtsloser Mieter wieder. Graffiti und zum Teil vulgäre Sprüche sind an den Wänden wiederzufinden.
Im Zuge der Instandsetzungsmaßnahmen werden auch die Treppenhäuser und Flure renoviert. Die in den Fluren und Treppenabsätzen befindlichen KMF-Deckenplatten werden ersatzlos entfernt. Wände und Decken erhalten einen Farbanstrich.
Begriffserklärung: KMF = künstliche Mineralfasern

 

Sprechanlage und Briefkästen

Quelle: Peter Smola_pixelio.de

Die Klingelfelder jedes Hauses der Siedlung ist in vielen Fällen ein Abbild der Fluktuation der Mieterschaft über die Jahre des Bestehens. Im Rahmen der Instandsetzung wird die Haussprechanlage und das Klingelfeld demontiert und durch eine neue Anlage ersetzt.
Besonders im Haus John-Locke-Str. 21 sind die Briefkästen sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Zum Teil fehlen die Klappen oder sind mit Klebeband verschlossen. Darüber machen die individuell angebrachten Auskleber “keine Werbung” auch nicht den besten Eindruck. Zu den Maßnahmen gehört auch der Austausch der Briefkästen

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Die Eingangshalle des Hauses John-Locke-Str. 21 wurde neu gestaltet und durch Entfernung von Wänden wesentlich vergrößert. Die Eingangstür kann von außen behindertengerecht geöffnet werden. Von innen steuert ein Bewegungsmelder das automatische Öffnen der Tür. Ebenso wird die Beleuchtung sowohl in der Eingangshalle als auch im Treppenhaus durch einen Bewegungsmelder angeschaltet.
Unglücklich ist nach Auffassung des Autors die Briefkastenanlage, in der alle 108 Mieterkästen zusammengefasst sind. Die untersten Briefkästen befinden sich ca. 20 cm über dem Boden und widersprechen der mit vorgenannter Automatik beabsichtigten Behinderungsfreiheit. Bei der vorhandenen Raumfreiheit hätte man durchaus eine geteilte Briefkastenanlage einbauen können.

 

 

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