Stromanschluss1

Die Modernisierungsmaßnahmen sehen vor, dass die vorhandene Elektroinstallation im Bereich Küche, Bad und Flur gemäß geltender DIN-Vorschriften erneuert wird. Ferner wird in den Stromverteilungen die Überarbeitung der Stromversorgung im Wohnzimmer für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen.

Muster Sicherungskasten

Ein entscheidender Schritt bei der Neugestaltung ist die Verlegung des Stromzählers aus der Wohnung in den Keller. In der Wohnung verbleibt dann der Sicherungskasten. Bisher lag der Sicherungsblock im Flur frei am Stromzähler und wurde meist von den Mietern beispielsweise durch einen Holzschrank oder durch einen Vorhang verdeckt. Diese Verkleidung des Sicherungsblocks ist nicht ungefährlich, da immer mal ein Bauteil ausfallen und brennen kann. Somit kann die Verkleidung schnell zu einer weiterführenden Brandquelle werden.
Die Elektrosteigeleitungen werden von jetzt 35 Ampere (A) auf 63 Ampere verstärkt. Damit wird es möglich, mehrere große Elektrogeräte gleichzeitig in Betrieb nehmen zu können. Ferner erhalten die Steckdosenstromkreise eine Fehlerstromabsicherung über FI-Schutzschalter.

Von jeder Wohnung führt ein entsprechend dickes Kabel in die Kellerräume. Während der Bauphase konnte man unter der Decke des Eingangsbereichs des Hauses John-Locke-Str. 21 gut die beeindruckenden Kabelbündel für die insgesamt 102 Wohnungen betrachten.

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Es gibt bisher keine gesetzliche Vorschrift, den Zählerkasten im Keller zu installieren, doch bestehen die Stromversorger darauf, weil sie den Spannungsverlust zwischen Hauptanschluss und Wohnung nicht abrechnen können. Da der angelieferte Strom an dem im Keller platzierten Hauptanschluss ankommt, ist es naheliegend, den Zähler an dieser Stelle zu installieren. Der Spannungsabfall vom Hauptanschluss bis hin zum Zähler darf nur 0,7 % betragen. Der Netzbetreiber ist gesetzlich verpflichtet, die Spannung auf 230 V bzw. 400 V zu gewährleisten. Davon dürfen maximal 3 % abgewichen werden.  Aufgrund des mit dem pro Etage steigenden Leitungswiderstandes ergibt sich nicht nur ein Spannungsabfall, sondern auch ein Stromverlust.

Es gibt auch praktische Gründe, nämlich eine zentrale Ablesung, die jederzeit online von dem Stromversorger erfolgen kann, und die keine Einzeltermine mit den Mietern erforder-lich machen. Ein weiterer wesentlicher Grund besteht in einer erhöhten Sicherheit vor Manipulation.

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In einem Haus mit 102 Wohnungen wird für die entsprechende Anzahl Zählerschränke ein erheblicher Platzbedarf erforderlich. Neben dem bestehenden Raum für die Hauptan-schlüsse musste ein Teil des Kellerbereichs auch für die Zählerschränke geopfert werden. Für die Mieter bedeutet diese neue Ordnung, dass er zum zwischenzeitlichen Ablesen seines Stromverbrauchs keine Möglichkeit hat. Zählerkästen sind verschlossen und der diesbezügliche Kellerbereich für die Allgemeinheit nicht zugänglich.
Der Autor dieser Webseite hat Anfragen an STADT UND LAND sowie den Stromversorger gerichtet mit der Frage, wie Mieter künftig ihren Stromverbrauch kontrollieren können. Eine Antwort wird in der nächsten Zeit erwartet.