Foto: Buschmann-Bielefeld.de

Stand: Montag, 27. Juni 2016

zu 6. Modernisierung - Einsparung von Energie und Wasser
Thema 1.............: Materialauswahl und Brandverhalten
Thema 2.............:
8Wärmedämmung und richtiges Lüften
Ein wesentlicher Punkt bei der Einsparung von Energie ist die Wärmedämmung von Außenwänden und Dächern. Die Bauwirtschaft bietet hierfür unterschiedliche Lösungen an, die jeweils eine optimale Wärmedämmung erzielen können.  Bei der Auswahl darf aber nicht das Brandverhalten der ausgewählten Dämmstoffe außer Acht gelassen werden. Im vergangenen Jahr 2012 berichtete der NDR in zwei Sendungen über die Problematik der Wärmedämmung - insbeson-dere über die extremen Brandgefahren. Mit Blick auf die dort geschilderten Probleme und Risiken richtete der Autor dieser Webseite an STADT UND LAND eine entsprechende Anfrage. Hier die erhaltene Antwort:
In der
8Bauordnung für Berlin § 28 wird gefordert, dass Außenwände und Außenbauteile so ausgebildet werden, dass eine Brandausbreitung ausreichend lange begrenzt wird. Um den Anforderungen des Brandschutzes zu genügen, werden Wärmedämm-verbundsysteme verwendet, die nach den geltenden Vorschriften geprüft wurden. Grundsätzlich werden Dömmstoffe verwendet, die 8schwer entflammbar sind. Die Dämmstoffe werden abgedeckt mit 8nicht brennbaren Materialien in ausreichender Dicke und Widerstandsfähigkeit . Zusätzlich werden die 8Stürze oberhalb von Fenstern mit einem mineralischem Dämmstoff verkleidet, um einen Brandüberschlag aus Wohnungen zu vermeiden.”

Für alle Sanierungsobjekte wird fürIMG_3313 die Dämmung der Fassaden und Loggien ein Wärmedämmverbundsystem gemäß der EnEV 2009 gewählt. Die Dämmung besteht aus Mineralwolle und ist 12  bzw. 14 cm dick. Der Dämmwert3) soll sich vom 8U-Wert 1,03 bis 1,09 W/m2K auf den U-Wert 0,22 bzw. 0,23 W/m2K verbessern. Bei den Hochhäusern muss die gesamte Fassade mit mine-ralischem Material versehen werden, so dass sich die Brandriegel über den Fenstern jeder oder jeder zweiten Etage erübrigt.
An den Fassaden der anderen Häuser wird dagegen ein Wärmeschutz aus 12 cm dicken EPS-Dämmplatten (expandierter Polystyrol Hartschaum) angebracht. Unter diesen Umständen werden Brandriegel erforderlich, für die wiederum das vorgenannte minera-lische Dämmmaterial zum Einsatz kommt.

Zur Verhinderung des vorgenannten Brandüberschlags wird ein so genannter Brandriegel oder Brandsperre entweder oberhalb der jeweiligen Fenster einer Etage1) oder umlaufend am Gebäude2) installiert. Die brandschutztechnische Aufgabe eines Brandriegels besteht in der Verhinderung einer fortschreitenden, etagenübergreifenden Brandweiter-leitung von einer Etage auf die darüberliegende. Das nachstehende Bild aus dem NDR-Bericht über die Probleme der Wärmedämmung veranschaulicht das System des Brandriegels.

Wärmedämmung und Brandsperre

Fotoquelle: NDR 45 Min - Wahnsinn Wärmedämmung - über www.YouTube.com - Text- und Symboler-gänzungen durch K.Danert

1) Brandriegel oberhalb der Fenster
 

2) Brandriegel umlaufend am Gebäude
 

3) Beispiele Wirkungsgrade verschiedener Dämmstärken für den U-Wert

Quelle: aus Aufsatz Dipl.-Phys. Kotthoff
Quelle: aus Aufsatz Dipl.-Phys. Kotthoff

Quelle: Energieagentur nrw.de

Wärmedämmung erfordert auch umsichtiges Lüften: Nicht nur im Herbst und Winter spielt das richtige Lüften der Wohnung eine wesentliche Rolle, sondern auch im Sommer. Bei hohen Außentemperaturen kommt ein gut gedämmtes Haus regelrecht ins Schwitzen. Bei sehr gut gedämmten Häusern können durch nicht korrektes Lüften erhebliche Schäden entstehen.
Die Ursache hat folgenden Grund: wenn im Sommer die Außentemperatur wesentlich ansteigt, bleiben die Innenräume des durch die starke Wärmedämmung abgedichtete Haus vergleichsweise kühl. Wenn dann Fenster oder Türen unkon-trolliert geöffnet werden, strömt die warme und teilweise auch sehr feuchte Luft in die kühlen Räume. Die Feuchtig-keit dieser warme Luftstrom  kondensiert und schlägt sich meist an den Wandoberflächen nieder. Auf Dauer kann dies die Bildung von gesundheitsschädigendem Schimmel fördern. Wegen weiterer InformationenGehezuSchimmelbildung

weitere Quellen
Stichwort Brandriegel:http://www.sto.de/media/documents/download_broschuere/kategorie_fassade/Leitfaden_Brandriegelhtm.pdf - aus Aufsatz von Herrn Dipl.-Phys. Ingolf Kotthoff
Stichwort nicht/schwer entflammbar: Brandschutzbüro Ullrich GmbH
Stichwort Stürze: Wikipedia
Stichwort U-Wert Skizze: Energieagentur nrw.de
Stichwort Dämmung und Lüften: Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. (VQC) - www.vqc.de 

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