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Asbestentsorgung

Als vor rund 50 Jahren die John-Locke-Siedlung erstellt wurde, glaubte die Bauindustrie, mit Asbest gemisch-ten Baumaterialien das große Los gezogen zu haben. Jetzt weis man, welche gesundheitlichen Gefahren in diesem Material steckt. Heute müssen wir als Mieter bedauerlicherweise die Konsequenzen tragen.

Wo sind in der Wohnung die asbesthaltigen Materialien zu finden?

Die Gefahrstoffe kommen in den so genannten Venyl-Asbest-Platten vor, die ca. 15 % Asbest in festgebundener Form enthalten. Diese Platten wurden für die Fußbodenbeläge von Flur, Küche, Bad und Wohnbereich verwendet. Flex-Platten ist eine andere Bezeichnung dafür. Ergänzt werden sie noch durch den dabei ver-wendeten schwarzbraunen Kleber, der auch Bitumenkleberschicht genannt wird.

Quelle:www.geolindeonline.de

Wie wird das Asbest aus der Wohnung entfernt?

  1. Zunächst ist die gesamte Einrichtung der Wohnung (Möbel, Teppichbelag usw.) auszulagern. Ferner werden alle Badinstallationen wie Badewannen, Waschbecken und Armaturen demontiert und entsorgt.
  2. Anschließend wird die Wohnungstür durch eine Spezialtür ersetzt und die Wohnung luftdicht verschlossen. Der Zugang zur Wohnung ist ausschließlich den Mitarbeitern des Entsorgungsunternehmens erlaubt.
  3. Die ausgetauschte Wohnungstür wird mit dem Schließzylinder eingelagert und nach Beendigung der Entsorgungsarbeiten wieder eingebaut
  4. Hinter der Wohnungstür wird eine kombinierte Personal-/Materialschleuse installiert. Diese dient der Ein- und Ausschleusung des mit der Asbestentsorgung beauftragten Personals sowie dem Durchreichen von Werkzeugen oder Materialien. In der Schleuse erfolgt bei Arbeitsbeginn das Anlegen der frischen und sauberen Schutzkleidung. Bei Arbeitsende oder jeder Ausschleusung wird zunächst die Schutzkleidung des mit Asbeststaub belasteten Personals abgesaugt, damit in einer weiteren Kammer die Schutzkleidung abgelegt werden kann. Die Personenschleusen, auch als Personal-Dekontaminationsanlagen bezeichnet, müssen den Forderungen den TRGS 519 - Asbest (Technischen Regeln für Gefahrstoffe) entsprechen.
  5. In der Wohnung selbst wird eine Raumluftfilteranlage mit Spezial-Luftfiltern, so genannten HEPA-Luftfiltern (High Efficiency Particulate Airfilter) aufgebaut. Die Zu- und Abluftleitungen der Anlage werden durch die leicht geöffnete Balkontür nach draußen geführt. Die austauschbaren Luftfilter müssen nach der Staubsättigung ebenfalls den Technischen Regeln gerecht entsorgt werden.
  6. Nach Installation der in Punkt 4. und 5. genannten Anlagen sowie nach luft-dichten Verkleben aller Öffnungen kann mit der eigentlichen Asbestbesei-tigung begonnen werden.
  7. Bei der Demontage der asbesthaltigen Wand- und Bodenbeläge kommen speziell dafür ausgelegte Fräs- und Schleifmaschinen mit separater Absau-gung der Staubpartikel zum Einsatz.
  8. Der anfallende asbesthaltige Bauschutt wird in speziellen und entsprechend gekennzeichnete Säcken luftdicht verpackt und über die Materialschleuse aus der Wohnung verbracht. Über die Außen-Bauaufzüge erfolgt dann der Transport zu den verschließbaren Baucontainern eines Sonderabfallentsor-gungssystems.
  9. Sind sämtliche Gefahrstoffe aus der Wohnung entfernt, wird als letzter Arbeitsgang die Wohnung komplett fein gereinigt. D.h. alle Decken-, Wand- und Bodenflächen werden abgesaugt.
  10. Den Abschluß bildet die Demontage aller Reinigungssysteme und Sicherungs-maßnahmen zur Staubdichte. Die Wohnungstür wird wieder eingesetzt und die eigentlichen Arbeiten zur Strangsanierung können beginnen.  
Spezialtür
Quelle:  www.sapros.ch

Hepa-Luftfilter . Quelle: GEA Delbag-Luftfilter

Quelle: www.amsberlin.de/

Wie lange dauern die Arbeiten in der Wohnung?

Nach den Erfahrungen aus der Sanierung des Hauses John-Locke-Str. 21 geht STADT UND LAND für die Asbestbeseitigung und anschließender Strangsanierung einer Wohnung von ca. 5 Wochen aus.

Quellenangaben: STADT UND LAND-Mieteranschreiben vom 19.11.2013
                            Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - BAuA

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